Angebote der FJMK auf dem Next Level Festival 2017

Angebote der FJMK auf dem Next Level Festival 2017

Vom 9. bis 12. November 2017 geht’s in Düsseldorf wieder um die Zukunft der digitalen Spiele in Kunst, Bildung und Wirtschaft. Zum zweiten Mal lädt das NRW KULTURsekretariat gemeinsam mit vielen Partnern, alle Freunde, Fans und Fachleute der digitalen Spielekultur zum Next Level Festival ins NRW-Forum ein.

Auch die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW bietet wieder eine Bandbreite an tollen Angeboten auf dem Festival an. Neben dem Samstag, der sich an Kinder, Jugendliche und speziell auch die Jugendhilfe richtet, und dem Familienprogramm am Sonntag, widmet sich Freitag, der 10. November, Fachkräften und Interessierten aus den Bereichen Medien, Bildung und Kultur.



Freitag, 10. November 2017

Fachtag: Kulturgut im Spannungsfeld zwischen Begeisterung und Ablehnung: Games, Gesellschaft und Bildung

2008 wurde der Game Bundesverband in den Deutschen Kulturrat aufgenommen, das Medium Computerspiel damit offiziell zum „Kulturgut“ anerkannt. Doch was ist seitdem eigentlich geschehen? Haben die digitalen Spiele ihren Weg in die Bildung gefunden? Welchen Stellenwert haben sie für Kultur, Gesellschaft, Lehren und Lernen? Wie finden Games an Bildungsorten, wie Schulen, Jugendarbeit oder Bibliotheken statt? Oder was muss vielleicht noch geschehen, damit sie ihren Platz dort finden?

Keynote: Relevanz, Akzeptanz, Ignoranz – Kulturgut Games 2017

Wir freuen uns besonders über die Keynote von Olaf Zimmermann. Seit März 1997 ist Zimmermann Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates. Zudem ist er Herausgeber und Chefredakteur von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates und Publizist.

In der Keynote beleuchtet Zimmermann die Relevanz und Akzeptanz des Mediums in der Gesellschaft. Was bedeutet es für ein Medium, wenn es „offiziell als Kulturgut anerkannt“ wird, verändert es dieses? Wie steht es ganz allgemein um das Kulturgut im Jahr 2017?

In Vorträgen und Diskussionen wird das „Kulturgut“ Games aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Medienbildung betrachtet, angefangen bei Kulturgeschichte, über Journalismus und Medienwissenschaften hin zur praktischen Bildungsarbeit in Schulen, Kulturinstitutionen und der Jugendarbeit. 

Spielejournalismus gibt es schon seit über 30 Jahren, doch besonders in der Fachpresse wurden und werden oft technische Merkmale von Games fokussiert. Seit einigen Jahren finden digitale Spiele vermehrt auch im öffentlich-rechtlichen Programm statt. Journalist Christian Schiffer (Bayerischer Rundfunk, Deutschlandfunk) gibt im Input „Feuilleton oder Boulevard: Games in den Medien“ einen Überblick.

Im anschließenden Input „Profession oder Passion: Games in den Wissenschaften“ beleuchtet Jun.-Prof. Dr. Benjamin Beil (Universität zu Köln) den aktuellen Stand der Game Studies. Während viele Fach- und Technische Hochschulen sowie einige Kunsthochschulen das Thema Computerspiele längst für sich entdeckt haben, sind Game Studies-Seminare (als Theorie-Kurse) im universitären Bereich meist singuläre Erscheinungen. Der Vortrag will den Gründen für diese zögerliche Durchsetzung von Computerspielforschung innerhalb der Kulturwissenschaft nachspüren.

Relevanz, Akzeptanz, Ignoranz: Games in verschiedenen Bildungkontexten

Nachdem am Vormittag das Kulturgut gesellschaftlich, journalistisch und wissenschaftlich eingeordnet wurde, widmet sich der Nachmittag konkreten Bildungskontexten. Was bedeutet für die Bildungskontexte Schule, Bibliothek und Jugendarbeit die „Ernennung zum Kulturgut”? Finden Games dort statt und wenn ja, in welcher Form? Oder was muss passieren, damit sie ihren Platz dort finden? Die verschiedenen Bildungskontexte werden durch Dr. Andreas Seidler (Universität zu Köln), Stephan Schwering (Stadtbibliothek Düsseldorf) und Linda Scholz (Spieleratgeber-NRW) vorgestellt.

Denise Gühnemann (Grimme-Institut) und Daniel Heinz (Spieleratgeber NRW) geben im Anschluss an inhaltlich-relevante Vorträge einen Ausblick über das Kulturgut Games. Welche Chancen und Probleme hat der Fachtag für das Kulturgut Computerspiel in Medienbildung und -pädagogik offenbart? Welche Themen beschäftigen Bildungsbereiche in Zukunft? Und was muss noch geschehen, bis das Kulturgut auch umfassend als solches akzeptiert und wahrgenommen wird?



Samstag, 11. November 2017

Webvideo Creators Camp

Webvideos unterschiedlichster Genres beherrschen vielerorts den Alltag junger Menschen deutlicher als klassische, lineare Fernsehen-Formate. Im WCC wird mit etablierten Webvideo-Kreativen und Jugendlichen vor dem Hintergrund einer Bildungsperspektive über Formate, Umsetzungsmöglichkeiten und Herausforderungen ausgetauscht und visioniert.

Die Webvideoszene befindet sich auch im Jahr 2017 in einem Jahr voller neuer Entwicklungen. Wir wollen diese am Samstag, den 11.11.2017, gemeinsam mit Euch diskutieren. Wie geht man mit der Entmonetarisierung von zeit- oder gesellschaftskritischen Themen um? Ist es Benachteiligung von Seiten einer Plattform? Welche Techniken muss man beherrschen, um ansprechende Videogestaltungen umzusetzen? Diesen und vielen weiteren Fragen wollen wir auf den Grund gehen.

In einem Barcamp-Format werden die Themen gesammelt und selbstgesteuert umgesetzt, sodass ein angeregter Austausch stattfinden kann. Der Fokus liegt ganz klar auf den Fragestellungen der Teilnehmenden. Das Webvideo Creators Camp richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren, die sich mit der Produktion von Webvideos beschäftigen, eigene Kanäle bei bspw. YouTube haben oder damit beginnen wollen, eigene Videos zu produzieren.


Next Level Gaming Star

Professionalisiertes kompetitives Spielen gewinnt mehr und mehr an öffentlicher Wahrnehmung und Faszination. Große Turniere bannen oftmals mehr Zuschauer_innen an als andere Massensportarten.

Auf dem Next Level Festival haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, diese Erfahrung aus nächster Nähe mitzuerleben. Am 11.11.2017 kürt der NLG in einem Wettkampf-Format die besten Spieler_innen in verschiedenen Videospielkategorien. Vom Sportspiel, über hitzige Jump’n’Run-Einlagen, müssen die Teilnehmenden ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Zu gewinnen gibt es den Next Level Gamingstar Wanderpokal.

Einrichtungen der offenen Jugendarbeit können sich und interessierte Jugendliche ab 12 Jahren im Vorfeld anmelden, um ihre besten Gamer_innen ins Rennen zu schicken.


Sonntag, 12. November 2017

Familyquiz

Der Sonntag wird ganz im Zeichen der Familien stehen. Ein generationsübergreifendes Angebot zielt auf ein Zusammentreffen von Familien als Zielgruppe. Im Rahmen eines Quiz-Formats können Groß und Klein ihre Expertise zum Thema Gaming unter Beweis stellen, indem Familien gegeneinander antreten und gemeinsam in virtuelle Welten eintauchen. Gemeinsam soll das Festival als Brücke zwischen analog und digital erlebt werden.

Im Family-­Quiz haben Familien die Möglichkeit, als Team gegen andere Familien anzutreten. Über mehrere Runden hinweg, werden Punkte gesammelt, indem von der Bühne aus gestellte Fragen beantwortet werden. Generationsübergreifendes Wissen über Kindheitshelden, Games und Medieninhalte, wird die Köpfe der Familienmitglieder zum Qualmen bringen.


Digitales Laboratorium

Das Digitale Laboratorium lädt ein zum Bauen, Tüfteln und Basteln. In diesem Makerspace  können insbesondere Kinder und Jugendliche in angeleiteten Workshopsphasen Technik entdecken und nutzen. Mit dabei sind 3D Druck, Lasercutting, LED-Karten,  Laserschwerter, Taschendruck, Roboterschmiede und noch vieles mehr. Doch auch für alle anderen Besucher*innen stehen die Türen des Digitalen Laboratoriums offen, um Projekte zu verwirklichen!


Schulklassenworkshops

Computerspiele sind unbestritten ein Teil des Alltags vieler Kinder und Jugendlicher. Das Spielen von Computerspielen ist oft regelmäßige Freizeitbeschäftigung, auch zahlreiche Erwachsene verbringen große Teile ihrer Freizeit in virtuellen Spielwelten. Umso wichtiger ist es, Heranwachsende für dieses Medium Angebote zu machen, die über reinen Konsum hinausgehen und entsprechende Medienkompetenzen auszubilden. Als besonderes Angebot für Schulen finden am Freitagmorgen Gruppenworkshops für Schulklassen, einzelne Schülergruppen oder AGs statt. Sie und Ihre Schüler_innen sind herzlich eingeladen, das Unterhaltungsmedium Computerspiel zu hinterfragen und reflektierte Sichtweisen darauf zu entwickeln.

Weitere Informationen gibt auf auf dem Blog und auf der Festival-Webseite.

 

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Karolina Kaczmarczyk