Grimme Online Award 2016 verliehen

Grimme Online Award 2016 verliehen

Am 24. Juni 2016 wurde der diesjährige Grimme Award im Kölner Flora verliehen.

 „Unter den Preisträgern sind kleine und größere Projekte, Einzelleistungen und Teamwork, eher ernsthafte und eher unterhaltsame Inhalte, sowohl einmalige als auch langfristig angelegte Formate“, schreibt die Jury in ihrem Statement. Am Abend des 24. Juni wurde der diesjährige Grimme Award im Kölner Flora verlieren. Prämiert wurden hoch qualitative Publikationen aus dem Netz.

300 Gäste, darunter natürlich die Nominierten und Prominente, feierten die PreisträgerInnen. Die Gala wurde von Jo Schück moderiert, in der prominente Paten und Patinnen die acht Trophäen an die Favoriten der Jury und den (Netz-) Publikumsliebling überreichten. Nach der Eröffnung, bei der Grimme-Direktorin Dr. Frauke Gerlach unter anderem von der Ausschreibung zum Deutschen Internet-Institut berichtete, zeigte sich der NRW-Medienminister und Chef der Staatskanzlei Franz-Josef Lersch-Mense beeindruckt von den ersten PreisträgerInnen. Für eine musikalische Rahmung sorgte die Kölner Band „Wellness“.

Kleine vs. größere Produktionen

  • Die erste Preisträgerin Corinne Luca, ist die alleinige Autorin des „makellosmag – die blog (fem.)“. Es handelt sich hierbei um eine kleine Produktion im Bereich Kultur und Unterhaltung. „die blog“ bespielt die gewohnten Themenbereiche von Frauenmagazinen, um diese am Ende ironisch zu brechen.
  • Die Groß-Koproduktion „DADA-DATA“ des Schweizer Senderverbunds SRG SSR mit dem deutsch-französischen Sender ARTE wurde in der gleichen Kategorie ausgezeichnet. Das Projekt beschäftigt sich mit historischen Dokumenten der Kunstrichtung, die vor 100 Jahren begründet wurde. „DADA-DATA“ gelingt ebenfalls die Kontextübertragung des Dadaismus ins Internetzeitalter.

Einzelleistung vs. Teamwork

  • Ob es sich bei „Barbara.“ um eine Einzelleistung oder um ein Teamwork handelt, bleibt ungeklärt. Doch das in der Kategorie Spezial ausgezeichnete Projekt befindet sich künstlerisch zwischen Streetart und Netzkunst, indem witzige und bedeutungsvolle Botschaften in urbanen Raum ausgestellt und anschließend bei Facebook geteilt werden.
  • Das Interaktiv-Team der Berliner Morgenpost wird ebenfalls in der Kategorie Spezial gekührt. „Mit der gelungenen Integration des Datenjournalismus ist der Berliner Morgenpost ein vorbildliches, interdisziplinäres Projekt mit Signalwirkung gelungen,“ so die Jury.

Ernsthafte vs. unterhaltsame Inhalte

  • „Straßengezwitscher“ gilt nicht nur als verlässliche Quelle für Journalisten zum aktuellen Berichten zum Thema rechtsradikale und fremdenfeindliche Aktivitäten im Osten Deutschlands, sondern auch als Mahnung rechte Aktionen nicht aus den Augen zu verlieren.
  • Das Onlinemagazin „dekoder – Russland entschlüsseln“ werden Beiträge aus russischen Medien erläutert und entschlüsselt, um sich ein Bild der öffentlichen Meinung Russlands zu machen.
  • „Klangökologie: Die Symphonien der Natur“ ist ein wissenschaftsjournalistischer Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Autor Andreas Bubnoff würde in der Kategorie Wissen und Bildung prämiert.

Einmalige Projekte vs. dauerhafte Formate

  • „Trappeto-Solingen-Trappeto … und zurück“ von Deutschlandradio Kultur behandelt das Thema Migration. Die Beiträge berichten vielschichtig über Migration, Integration und Heimat aus gegenwärtiger und geschichtlicher Sicht.
  • Zum achten Mal wurde im Rahmen des Grimme Award der „klicksafe Preis für Sicherheit im Internet“ verliehen – insofern ein dauerhaftes Format. Das diesjährige Thema war „Courage im Netz“. Ausgezeichnet wurde die Initiative „Tu Was! Zeig Zivilcourage! Auch im Netz!“ für seine „Goldenen Regeln“. Diskussionsleitend und -anregend soll so die eigene Haltung zum Thema entwickelt werden.

Publikation vs. Publikumsvoting

  • Die diesjährige Publikation setzt sich mit Games auseinander. Spiele adressieren schon lange nicht nur Kinder und Jugendliche. Spielerische Elemente sind Teil von Werbeangeboten, ermöglichen ein anderes Erzählen erweisen sich auch als publizistisch wertvoll.
  • Der Publikumspreis ging an „BrainFed“ des YouTubers Darkviktory. Das animierte News-Format liefert im Kontext YouTube zuverlässige Hintergrundinformationen zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen und vielen anderen Netzthemen.

Unter dem Hashtag #GOA16 können in sozialen Netzwerken Impressionen entnommen werden, die währen der Gala geteilt wurden. Bilder lassen sich auf der flickr Seite des Grimme Online Award finden und auch Filme werden gebündelt auf dem hauseigenen YouTube-Channel veröffentlicht. Zusätzlich bietet der Blog „quergewebt“ weitere Eindrücke der Verleihung.

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Karolina Kaczmarczyk