Schwerpunkt 2015: Webvideo

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Neben der gamescom fanden am Freitag, 07. August und Samstag, 08. August 2015 die VideoDays in der LANXESS Arena in Köln statt. Die Veranstaltung widmet sich dem Webvideo-Bereich und bringt bekannte Produzenten zusammen, um Autogramme zu geben und vor Publikum zu performen. Insgesamt waren rund 15.000 BesucherInnen vor Ort. Die Veranstaltung zielt vor allem auf ein jüngeres Publikum ab, die mit dem Phänomen Webvideo, allen voran YouTube, groß geworden sind und die Stars, die sich im Netz etabliert haben, kennen. Der Fachtag richtete sich an MultiplikatorInnen aus der Jugendhilfe, die einen Einblick in dieses sehr junge Gebiet erhalten wollten. Neben einer Einführung durch Lars Gräßer vom Grimme Institut zum Thema „Bewegtbild im Netz: Phänomen Webvideo“, konnte Markus Gerstmann vom Servicebureau Bremen in seinem Vortrag „Webvideo bewegt: Anknüpungspunkte für die pädagogische Arbeit“ einen Blick auf pädagogische Projekte und dessen Bedarf und Bedeutung werfen. Im Anschluss stellen die Jugendredakteurinnen Linda und Lena vom CTRL-Blog.de die derzeit beliebtesten YouTuber vor, bevor es zur Show der VideoDays 2015 ging.

 

Bewegtbild im Netz: Phänomen Webvideo

Ein Beitrag von Lars Grässer

Was ist dran am Thema Webvideo? Es ist das Jugendmedium, verfügt über eigene Qualitäten und hat sich als Teil des Bewegtbildmarktes etabliert. Stellt sich die Frage: Hat Webvideo eine Zukunft?

1. Webvideo ist das Jugendmedium
In der Gegenwart sieht es doch so aus: Die seit vielen Jahren zitierte Mediengesellschaft ist längst Realität. Das gilt insbesondere für Jugendliche, die mittlerweile flächendeckend mit mobilen Endgeräten ausgestattetet sind und damit potentiell rund um die Uhr online.
Mit welchen Medien beschäftigen sich Jugendliche in Ihrer Freizeit? Klar, Internet und Handy liegen vorn. Aber Achtung: Dann kommt schon TV, wobei seine Nutzung insgesamt rückläufig ist (in der Altersgruppe der 12- bis 19-Jährigen, vgl. JIM Studie 2014). Die Computernutzung (online) wird demgegenüber immer bedeutsamer. Knapp die Hälfte der persönlichen Online-Nutzung – entfällt nach eigener Einschätzung – auf den Bereich „Kommunikation“. Ein Viertel umfasst die Beschäftigung mit „unterhaltenden“ Inhalten, allen voran: die Videoportale, allen voran YouTube. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie, die im Juli 2015 auf der Jugendmesse YOU erstellt wurde. Sie spricht von YouTube als neuem „Leitmedium“.
Die enorme Bedeutung von Webvideo für Jugendliche korrespondiert mit weiteren Beobachtungen und Erfahrungen: Früher waren die Videodays im Rahmenprogramm der gamescom angesiedelt, heute füllen sie die Kölner Lanxess Arena. Berlin ist 2015 noch hinzugekommen. München und Hamburg sind im Gespräch sowie weitere Locations jenseits von Deutschland. Etablierte Jugendmedien beschäftigen sich mit Webvideos: die BRAVO macht eine BRAVOtube. Und das ist nicht der einzige Printtitel zum Webvideobereich. Wenn die ARD ein Jugendangebot starten will, werden Webvideomacher als Berater hinzu gezogen, sie sollen das Mysterium klären: Wie erreichen wir junge Zielgruppen? Und selbst in der Politik ist das neue Jugendmedium schon angekommen: Unsere Bundeskanzlerin hat YouTuber LeFloid bereits ein Interview gegeben und versucht – nach dem Vorbild übrigens des US-Präsidenten -, so den Kontakt zu jungen Zielgruppen herzustellen.

2. Webvideo hat eigene Qualität
Wer das Phänomen verstehen will, muss folgendes wissen: Webvideos sind Social Media. Charakteristisch ist die Interaktion zwischen Produzenten und Konsumenten, ergo entstehen Inhalte interaktiv. Die Webvideo-Macher agieren als Teil einer Community und sprechen diese häufig in den Auftaktsequenzen direkt an: daaruum etwa sagt gerne „Hallo Leute!“, mit dem Ziel der sofortigen Userbindung. „Versendet“ wird in der Regel in einem Kanal, der nicht nur Kommentarmöglichkeiten zur Verfügung stellt, sondern Webvideos wie dialogische „Kommunikationen“ aneinander reiht. Aber Webvideos können nicht nur kommentiert, sie können auch abonniert und geteilt werden: Das Abonnement informiert über neue Bewegtbildinhalte im Kanal, das Teilen hat Empfehlungscharakter. Den Abschluss bildet dann häufig ein „call to action“, die Aufforderung: „like“ mich, „teil mich mit anderen“ oder „schreib einen Kommentar“.
Und die Inhalte? Neben Musikvideos und Comedy ist Gaming von hoher Popularität (vgl. Rihl/Wegener 2015) , wobei spezielle Genres zur „eigenen Qualität“ des Webvideobereichs zu zählen sind. Diese sind zeitlich zwar nicht so stabil wie Filmgenres, aber durchaus identifizierbar und entwickeln sich ständig weiter.
• In „Let’s-Play-Videos“ werden Computerspiele „vor“-gespielt und dabei kommentiert – wie die Live-Berichterstattung von einem Sportevent.
• In den „Haul Videos“ präsentieren YouTuber Ihre Einkäufe, probieren Klamotten oder Kosmetikprodukte aus.
• Fließend gehen diese in „Tutorials“ über, wenn z.B. demonstriert wird, wie das perfekte Abend-Make-Up entsteht. Allerdings finden sich „Tutorials“ und Erklärvideos zu allen Themen und Lebensbereichen. Manche lernen Stricken mit YouTube.
• In den „Unboxing-Videos“ werden neue Produkte – besonders gerne Computer, Mobiltelefone oder dergleichen – ausgepackt und vor laufender Kamera getestet.
• In „Follow-me-arounds“ folgt die Kamera den Protagonisten auf Schritt und Tritt, wie ein stiller Beobachter.
Bemerkenswert ist hier vielfach der selbstbewusste Umgang mit dem „Konsumgut“, problematisch hingegen die oftmals intransparente Produktplatzierung (Um Schleichwerbung wurde schon prozessiert – und verurteilt!).
So wie sich eigene Genres entwickelt haben und immer professionellere Webvideos entstehen, gibt es auch immer mehr Institutionen, die Qualität im Webvideobereich bewerten und auszeichnen – analog zu den klassischen Bewegtbildmedien. Der Qualitätsdiskurs wird hierbei vor allem im Rahmen unterschiedlicher Preise geführt:
• Seit 15 Jahren vergibt das Grimme-Institut den Grimme Online Award. Hier geht es um publizistische Qualität im Netz. Im Grimme Online Award entscheidet vor allem eine Jury aus Experten, einen Preis vergibt aber auch das Publikum per Online-Voting. Zahlreiche Preisträger kamen bereits aus dem Webvideobereich – sowohl was die „Jurypreisträger“ angeht, als auch bei den Publikumspreisträgern. Hier zeigt sich, wer eine starke Community hinter sich hat.
• Abseits dessen konnte der Deutsche Webvideopreis einen rasanten Aufstieg nehmen, der sich ausschließlich mit den neuen Bewegtbildern im Netz auseinander setzt: Hier wird mit einem Academy-Modell gearbeitet, nachdem in den Vorjahren unterschiedliche Ansätze ausprobiert wurden.
• Im Rahmen der VideoDays wird u.a. der Golden-Play-Button verliehen, der sich alleine aus der Reichweite speist (ab 1. Mio), also dem zählbaren Publikumszuspruch. Die PlayAwards setzen auf eine Jury mehr oder weniger prominenter Medienmacher. Er soll lediglich „als Schaufenster für die Öffentlichkeit dienen und die Bedeutung von Online-Video für die deutsche Medienlandschaft hervorheben“ (Pressemitteilung).
Diese Auflistung ist nicht erschöpfend, es finden sich noch weitere Preise.

3. Webvideo ist ein Markt
Webvideo hat nicht nur eigene Qualität(en), es ist auch ein Markt. Und den dominiert YouTube, wobei die Google Tochter – anders als Facebook (Video) etwa – die Contentproduzenten an den Werbeerlösen beteiligt: Seit 2007 besteht die Möglichkeit zur Monetarisierung und seitdem finden sich immer häufiger professionell produzierte Webvideos – es hat einen Qualitätsschub gegeben. Und es finden sich reichweitenstarke Macher, die mit ihren Kanälen (und abgeleiteten Quellen) mehr oder weniger beträchtliche Einnahmen erzielen; die YouTuber. Legt man eine Studie der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF zu Grunde, sind die populärsten Kanäle: Gronkh, LeFloid, Bibi(s Beauty Palace), Daggi Bee, unge usw. (vgl. Rihl/Wegener 2015).
Diese können von ihren Werbeerlösen bereits auskömmlich leben und geben als Protagonisten ihrem Kanal Gesicht und Stimme. Dadurch werden die Macher zur Marke, die häufig medienübergreifend inszeniert wird. Manch einer inszeniert sich dabei als „bad boy“ – sicher mal mehr, mal weniger bewusst -, manch eine als „große Schwester“. Insgesamt kommen die Webvideomacher eher brav daher, gepaart allerdings mit einer teils unangenehmen Tendenz zur Eigenvermarktung, denn (aufwendige) Inhalte wollen finanziert werden! Vielen Jugendlichen ist dabei nicht bewusst: Hinter den Kanälen agieren häufig sogenannte Multi-Channel-Netzwerke (MCNs), die für den Webvideobereich Talente gezielt aufbauen und als (hoffentlich, irgendwann) zugkräftige Inhaltproduzenten managen. Sie bieten den YouTubern an, sich mit anderen Künstlern zusammenzutun, Sendungen und Shows zu produzieren und diese zu promoten (vor allem per Social Media), was Reichweiten sicherstellt und für mehr Klicks sorgt – und damit Mehreinnahmen verspricht. Festzustellen ist: Hier investieren mittlerweile die ganz großen Medienkonzerne, in Deutschland sind zudem die etablierten Privatsender aktiv sowie Werbevermarkter.

4. Webvideo hat (k)eine Zukunft
Webvideo ist groß, manchen schon zu groß. Die anarchisch-kreative Phase der Anfangsjahre ist vorbei. Die Kommerzialisierung ist enorm und wird sich fortsetzen, die von der Medienbildung unbedingt aufgegriffen werden sollte: Jugendlichen wissen nur selten um die ökonomischen Imperative! Gleichzeitig gilt es, die spezifischen Qualitäten von Webvideo zu entdecken, seine Bildungspotenziale zu entfalten und die enorme Bedeutung für Jugendliche zu begreifen.


MPFS (2014): JIM 2014, online: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf14/JIM-Studie_2014.pdf

Auf die Frage „Gibt es ein oder mehrere Angebote im Internet, die du  zur  Zeit  besonders gut findest?“ erhält die Videoplattform YouTube  mit  30 Prozent den meisten Zuspruch – vor Facebook! Ebenda, S. 25.

YOU Studie (2015): YouTube ist Leitmedium der Jugendlichen, online unter: http://www.you.de/Presse-Service/Pressemitteilungen/index.jsp?lang=de&id=642432

Vera Lisakowski (2015): LeFloid und die Entdeckung des Internets, online unter: http://blog.grimme-online-award.de/2015/07/lefloid-und-die-entdeckung-des-internets/#more-5156

Zu den Strukturmerkmalen und Erzählweisen siehe ausführlicher (im Erscheinen): Lars Gräßer und Aycha Riffi (2015): call to action – das interaktive Storytelling im Webvideobereich. In: MedienConcret: Storytelling 3.0 – Digitale Erzählwelten junger Leute, Köln, online demnächst unter: http://www.medienconcret.de/

Rihl/Wegener (2015): YouTube Stars, in tv diskurs 3/2015, S. 82-85, online unter: http://fsf.de/data/user/Dokumente/tvd_html_version/tv_diskurs_73_ausnahmezustand/webpaper.html

Eike Rösch und Daniel Seitz bieten einen (aktualisierten) Überblick im kommenden „Dieter Baacke Preis Handbuch“ Nr. 10. Siehe vorläufig: Dies. (2013): YouTube als Teil der Jugendkultur – eine kleine

Die Werbeeinahmen auf YouTube werden dem Vernehmen nach 45 zu 55 geteilt: Google bekommt 45% und der Videoinhaber 55% der Erlöse, wobei Schätzungen davon ausgehen, dass die meisten YouTube-Partner zwischen 0,30 und 2.50 Euro pro 1.000 Videoaufrufen bekommen – Tendenz sinkend. Wer es etwas genauer wissen will: Durch ein Vergleichstool auf SocialBlade lassen sich ungefähre Schätzungen über die Einkommen dann berechnen – drei Namen eingeben und fertig: http://socialblade.com/youtube/compare

Oliver Schwamb (2015): YouTuber sind Marken, online unter: http://www.videolix.net/alle-beitraege/youtuber-sind-marken/4923/

Interview mit daaruum, aka Nilam Farooq: Wofür will ich stehen? MERZ, 59 (1), S. 25-29.

Natürlich ist das Ziel vieler YouTuber nicht so eindeutig auszumachen, Motivlagen sind komplex(er). Gleichzeitig ist es schwieriger denn je, hochwertige Inhalte auf YouTube zu refinanzieren. Siehe hierzu ausführlicher: Bertram Gugel im Interview mit Philipp Banse auf dctp.tv zu „YouTube in der Krise“ von der re.publica 2015 (vor allem bis zur 8. Min.), online unter: http://www.dctp.tv/?t=3m7s#/filme/10-jahre-youtube/

Lars Gräßer und Markus Gerstmann (2015): Broadcast yourself? MERZ, 59 (1), S. 8-13.

Leider nicht mehr ganz aktuell, aber immer noch sehr lehrreich ist ein Aufsatz von Bertram Gugel: Sind YouTube-Netzwerke die neuen Sender? Vom Sep. 2014! Erschienen im Digitalisierungsbericht 2014, S. 19-31, welcher komplett online verfügbar ist unter: http://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/Download/Publikationen/Digitalisierungsbericht/2014/Digitalisierungsbericht_2014_Web.pdf

Webvideo bewegt: Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit

Ein Beitrag von Markus Gerstmann

Derzeit sind in vielen Veranstaltungsräumen, Freizeitparks und Fußgängerzonen der Republik Fanaufläufe zu beobachten. Mal als Autogrammstunde, mal um ein neues Projekt vorzustellen oder einfach auf einer Bühne zu performen – egal ob mit vielen „ich habe euch lieb“ – Äußerungen oder mit eigenen Songs, die alle mitsingen können. Es sind YouTube Stars, die auftreten und einen Hype auslösen, wie vormals die Beatles, Take That oder die Backstreet Boys. Über 20jährige bekommen von dem Hype relativ wenig mit- es sei denn sie haben guten Kontakt mit jungen Jugendlichen zwischen 9 und 14 Jahren.
Der pädagogische Ansatz läuft irgendwo zwischen akzeptieren und aushalten beziehungsweise informieren, reflektieren und dahin, Lernräume zur Auseinandersetzung zu ermöglichen. Das heißt das Thema Webvideo nicht zu problematisieren und erst recht nicht zu dramatisieren. Jugendliche haben mit Webvideos eine eigenen Ausdrucks- und Auseinandersetzungsmöglichkeit gefunden, dies gilt es zu akzeptieren. Um Jugendliche in ihrem Handeln zu stärken, stellen Fachkräfte Jugendlichen Informationen zur Verfügung, ermöglichen Lernräume – auch virtuelle -, regen Diskussionen und Reflektionen an, unterstützen mit Ideen, Werte und Erfahrungen, aber nicht als Dogma, sondern als Denkanstöße. Fachkräfte können dafür (Lern-)Räume zur Verfügung stellen, in denen sich junge Menschen über ihr Medienhandeln austauschen, ihr Wissen weitergeben, voneinander lernen und das eigene Handeln und Ansichten reflektieren. (vgl. Gerstmann 2015)
Dies lässt sich weiter verstärken, in dem Kompetenzen zur Erstellung eigener WebVideo – Inhalte vermittelt werden, wodurch die klassische Formen der Medienkompetenzförderung, die Videoarbeit eine Renaissance feiert. im Rahmenprogramm von Großveranstaltungen wie den VideoDays finden solche Workshops schon statt, wie beispielsweise Vermittlung von filmischen Erzähltechniken und Technikschulungen: Bild, Ton, Schnitt usw. – ergänzt um Angebote zu Rechtsfragen und viraler Verbreitung per Social Media (vgl. Gräßer/Riffi, S. 112. Siehe auch: Gerstmann 2015).

Inzwischen sind eine Vielzahl von pädagogischen Projekten, Workshops und Barcamps zum Thema YouTube erprobt. Fachkräfte können auf diese zurückgreifen und für ihre Zwecke anpassen.
Die folgenden Projektideen wurden von Markus Gerstmann in Bielefeld auf einer Fachtagung zu YouTube vorgestellt. Renate Röllecke hat sie auf gmk-net.de dokumentiert. 

Klassische Videoarbeit adaptieren
Videos drehen, die in Format und Ästhetik an Web-Videos angelehnt sind. Zuvor gilt es, diese gängigen Web-Formate unter die Lupe zu nehmen, Stilmittel und Präsentationsformen herauszufiltern und ein entsprechendes Storyboard zu entwickeln. Die Filme können entweder intern präsentiert werden oder auf einen Channel der Einrichtung hochgeladen werden (nach Abklärung von Rechten und Möglichkeiten der Einrichtung).

Selbst Videos drehen (z.B. Tutorials)
Kinder und Jugendlichen drehen und kommentieren selbst Tutorials, zum Beispiel über ihre Kompetenzen in ihrem Hobby. Fachkräfte unterstützen mit Kenntnissen über Storyboards, damit einzelne Arbeitsschritte in Bilder und Kommentare systematisiert werden können. Liegt der Fokus des Films auf dem Zeichnen oder auf Detailaufnahmen z.B. der Hände, bestehen kreative Möglichkeiten auch für Kinder oder Jugendliche, die nicht selbst vor der Kamera präsent oder erkennbar sein wollen oder dürfen.

Selbst Videos drehen (z.B. Ironisierung von Hauls und Unboxing Videos)
In klassischen YouTube Hauls präsentieren meist Mädchen ihre Shopping-Ausbeute. Unboxing Videos zeigen meist Jungen, die die neuesten technischen Gadgets oder die aktuellste Software zelebriert auspacken, vorstellen und bewerten. Aus beidem lassen sich mit Jugendlichen sowohl kreative, als auch ironische Clips nachdrehen.

YouTuber von Jugendlichen vorstellen lassen (Recherche)
Die Jugendlichen bekommen die Aufgabe, ihren Lieblings-YouTuber vorzustellen. Sie recherchieren dazu, tragen das Material zusammen und verarbeiten es zu einer Präsentation (einem klassischen Poster oder einer digitalen Präsentation).

YouTube- Klassen bzw. Jugendhaushitliste (Votings)
Kinder und Jugendliche stellen Channels/YouTuber vor, die sie gut finden (das kann auch ganz klassisch schriftlich erfolgen, durch ein Poster, auf dem die Clips/Namen aufgeschrieben werden). Danach erfolgt eine Bewertung: jedes Kind kann ein, zwei oder drei Punkte einmalig vergeben. Daraus wird die TOP-10-Liste erarbeitet, die im Anschluss diskutiert wird, in dem die Kinder die Qualitäten ihrer Stars reflektieren. Weitere Arbeit am Thema kann sich anschließen. Die Methode eignet sich auch für beliebte Clips. Filme über YouTube Phänomene als Aufhänger für Gespräche nehmen.

Das ServiceBureau hat eine Liste zusammengestellt, in der mehrere Webvideos sind, die gut als Diskussionsanlass genutzt werden können. Themen sind Fanverhalten, Aussehen, Kommerzialisierung, Freundschaft und viele mehr. Zur Liste

Kontrastierende Beispiele von YouTubern vergleichen
Die Jugendlichen recherchieren und untersuchen verschiedene Beispiele und entwickeln eigene Kriterien. Fragestellungen könnten sein: Authentizität, Ansprache, Kommerzialität, Genderaspekte und ob man sich vorstellen kann, sich selbst so darzustellen. Weitere Themen können in den Gesprächen entwickelt werden (Kommerz, Professionalität, Öffentlichkeit). Oder eine kritische Betrachtung von Kommerzialisierung und extreme Fankultur, sowie gängige Genderstereotype in einigen Videos herausarbeiten. 

 

Weiterführende Links:

Webvideo ist ein Markt, der schnell entstanden ist und sich rasant vergrößert hat. Um die Größe und Dimension zu fassen, lohnt sich ein Blick auf SocialBlade.com – unter anderem werden hier auch die TOP Listen der YouTuber präsentiert. Zur TOP Liste in Deutschland

Weiterführende Informationen führt das Servicebureau Bremen auf seiner Themenseite Youtube. Ebenso bietet die Institution eine Newssammlung über Scoop.it an, die laufend aktualisiert wird.

Einen pädagogisch orientierten Blick bietet klicksafe.de auf seiner Themenseite zu Youtube

Anregungen zur aktive Medien- und Videoarbeit finden Sie auf der Seite unseres Projekts Gecheckt!

 

Bilder von Markus Gerstmann / Servicebureau Bremen

 

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Markus Sindermann