Dossier: Exzessive Mediennutzung

Dossier: Exzessive Mediennutzung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) hat ein Dossier zum Thema »Exzessive Mediennutzung – Medienabhängigkeit. Eine Aufgabe des erzieherischen Jugendschutzes« veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der erzieherische Kinder- und Jugendschutz mit der teilweise exzessiven Nutzung verschiedener Medien durch Kinder und Jugendliche umgehen muss.

Das Leben von Kindern und Jugendlichen wird immer mehr durch technische und mediale Innovationen geprägt, sodass nachhaltige Veränderungen festgestellt werden können. Neben den vielen Möglichkeiten im Bereich Entertainment, Kommunikation und Information, sind auch einige Risikobereiche zu erkennen, zu denen unter anderem die exzessive Mediennutzung gehört. Internetsucht, Computerspielsucht oder allgemein die Medienabhängigkeit nimmt im Zeitalter der „Digital Natives“ zu. Ganze 13% der Eltern von 12-17 jährigen behaupten Anzeichen für eine Abhängigkeit zu erkennen.

Nach der Etablierung von Studien im Fokus auf die Jugendlichen, werden nun vor allem digitale Medienangebote wie Soziale Netzwerke oder Kommunikationsplattformen wie WhatsApp genauer betrachtet. Durch die ständige Erreichbarkeit steigt auch die Mediennutzung. 2012 stellte die Studie EXIF (Exzessive Internetnutzung in Familien, Zusammenhänge zwischen der exzessiven Computer- und Internetnutzung Jugendlicher und dem (medien-)erzieherischen Handeln in Familien) fest, dass es sich bei exzessiver Mediennutzung um ein soziales Konstrukt handelt. So wurden in den Befragungen der Familien mit 14-17 jährigen Jugendlichen Kriterien der Suchtforschung mit den Einschätzungen der Eltern verglichen. So wurden lediglich bei 6% der Befragten Übereinstimmungen gefunden und bei 9,3% stellten nur die Eltern problematisches Nutzen fest. Was allerdings deutlich wurde, ist die Tatsache, dass diese Differenzen zu Konflikten in Familien führen.Auch wenn Richtlinien festgelegt worden sind, wird innerhalb der Familien kaum über die Problematiken gesprochen. Durch die steigende Abgrenzung der Heranwachsenden von den Eltern, haben diese wenig Informationen über die Nutzung von Medien durch ihre Kinder – sei es welche Angebote genutzt werden, oder mit wem oder wie lang. Durch die neuen Angebote haben Kinder und Jugendliche allerdings die Möglichkeit, Kontakte in realen und virtuellen Welten zu knüpfen und zu festigen.
Um die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu fördern, ist eine Auseinandersetzung mit Erwachsenen erforderlich, bei der die jeweiligen Standpunkte verdeutlicht werden. Daraus resultieren Grenzen und Potenziale für die Mediennutzung, wobei hier eine deutliche Unterstützung der Eltern wichtig ist. Diese können anhand von bestimmten Leitfragen oder mithilfe externer Unterstützung eine Auseinandersetzung mit dem Thema initiieren und somit feststellen, ob es sich lediglich um eine phasenweise hohe Mediennutzung handelt, oder ob Suchtzustände vorherrschen.

Quelle: bag-jugendschutz.de

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klemenz